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TATJANA IN BENIN

Aktualisiert: vor 5 Tagen

Tatjanas Freiwilligeneinsatz mit Voyage-Partage führte sie nach Benin – in einen Alltag, der sie forderte, überforderte und gleichzeitig wachsen liess. Dort begann sich leise, aber nachhaltig zu verändern, was sie sich für ihr eigenes Leben und Arbeiten wünschte.



Ankommen ohne feste Rolle

Tatjana kam nach Benin ohne klar umrissene Aufgaben. Sie war die erste Freiwillige an diesem Einsatzort von Missions-Franziskanerinnen. Das war Freiheit und Herausforderung zugleich: Sie konnte mithelfen, wo sie wollte, musste aber auch selbst herausfinden, wo sie gebraucht wurde – und wo nicht.


Der Alltag spielte sich zwischen Schule, Internat und dem Haus der Schwestern ab. Tatjana unterrichtete Englisch, half im Haushalt, arbeitete im Internat mit und begleitete Kinder durch ihren Tag. Nichts davon war spektakulär, aber alles verlangte Präsenz.


Verantwortung, die wächst

Besonders in der Schule wurde Tatjana stark gefordert. Sie übernahm den Englischunterricht weitgehend allein, ohne pädagogische Ausbildung und mit sehr unterschiedlichen Lernständen. Anfangs zweifelte sie oft an sich: War sie gut genug? Verstand sie die Kinder richtig?


Mit der Zeit merkte sie, dass es weniger um perfekte Lektionen ging als um Beziehung. Die Kinder reagierten mehr auf Verlässlichkeit, Humor und echtes Interesse als auf korrekt vorbereiteten Stoff.


Leben im Internat

Nach dem Unterricht verbrachte Tatjana viel Zeit im Internat. Hausaufgaben machen, spielen, zuhören, mithelfen – immer wieder dieselben Abläufe. Gerade diese Wiederholungen liessen Nähe entstehen.


Tatjana lernte, dass Vertrauen nicht durch grosse Gesten wächst, sondern durch das tägliche Wiederkommen. Die Kinder öffneten sich langsam, erzählten von ihrem Alltag, von Sorgen und Träumen.


Was in ihr gewachsen ist

Der Freiwilligeneinsatz veränderte Tatjanas Blick auf Verantwortung. Sie lernte, Entscheidungen zu treffen, auch wenn sie sich unsicher fühlte. Und sie entdeckte, dass ihr die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mehr bedeutete, als sie erwartet hatte.


Zurück in der Schweiz war für Tatjana klar, dass sie ihren beruflichen Weg neu ausrichten wollte, um an die pädagogische Hochschule zu gehen. Nicht, weil sie alles gefunden hatte, sondern weil sie gespürt hatte, wo ihre Energie und ihr Herz lagen.

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