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NAEMI IN SYRIEN

Aktualisiert: vor 12 Stunden

Naemis Freiwilligeneinsatz mit Voyage-Partage führte sie in ein Land, das von Krieg, Verlust und Hoffnungslosigkeit geprägt ist. In Syrien lernte sie, was es heisst, mit Unsicherheit zu leben – und trotzdem verbunden zu bleiben.


Fotorecht: Voyage-Partage


Ankommen in einem verletzten Land

Als Naemi 2023 in Damaskus ankam, war der Krieg offiziell vorbei. Und doch war er überall spürbar: in zerstörten Gebäuden, in der Inflation, in den Gesprächen der Menschen. Nichts funktionierte zuverlässig – Strom, Heizung, Planung.


Naemi kam mit beruflicher Erfahrung als Sozialarbeiterin und klaren Erwartungen. Doch schnell merkte sie, dass Struktur hier ein Luxus war.


Arbeiten im Unklaren

Naemi sollte in einem Projekt mitarbeiten, das sich immer wieder verzögerte. Zuständigkeiten waren unklar, Aufgaben änderten sich oder verschwanden. Diese Leere war schwer auszuhalten – besonders für jemanden, der gewohnt ist, Verantwortung zu übernehmen.


Mit der Zeit lernte Naemi, diese Unsicherheit nicht als persönliches Scheitern zu deuten. Sie begann, ihre Rolle neu zu verstehen: präsent sein, beobachten, Vertrauen aufbauen.


Begegnungen, die bleiben

Die Nachmittage verbrachte Naemi oft mit Jugendlichen im Jugendzentrum. Langsam entstanden Gespräche, oft trotz Sprachbarrieren. Viele der jungen Menschen wollten nur weg – weg aus Syrien, weg aus einer Zukunft ohne Perspektive.


Diese Hoffnungslosigkeit traf Naemi tief. Sie konnte nichts versprechen, nichts lösen. Sie konnte nur zuhören. Die Art und Weise, wie die Menschen in Syrien trotz der widrigen Umstände ihren Alltag mit Ausdauer meistern und die Gemeinschaft miteinander geniessen hat Naemi tief beeindruckt.


Was in ihr gewachsen ist

Der Einsatz konfrontierte Naemi mit Grenzen – politischen, strukturellen und persönlichen. Sie lernte, dass Präsenz auch dann Sinn hat, wenn sie nichts verändert. Dass Zuhören ein Akt von Respekt ist.


Naemi kehrte verändert zurück. Mit einem differenzierteren Blick auf diese komplexe Region – und mit einer grösseren inneren Ruhe im Umgang mit Unsicherheit.

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